Bis ans Ende der Welt -- August 31
Zunächst einmal eine kleine Rückblende. Ich habe am... hmm... Sonntag Vormittag Playa del Carmen den Rücken gekehrt um hoffentlich sobald nicht wiederzukommen. Fahrrad hab ich (natürlich für einen Bruchteil seines Kaufpreises) verkauft, hab mich nochmal mit Cornflakes und Bananen vollgefressen, und stieg in den luxuriösen ADO-bus nach Chetumal. Dort wollte ich schnell die komische Pass Geschichte erledigen, und mich vom US-bürokratischen Damoklesschwert befreien, aber es kam natürlich alles ganz anders. Die Geschichte ist nicht schlecht, aber die hab ich handschrifftlich festgehalten, komm also noch drauf zurück. ¨
Etwas realistischer, ein paar konkrete Eindrücke: Die Chiapanische Polizei bzw. Militär (also Militärpolizei, weiss auch nicht, hab bis jetzt vier verschiedene Uniformen gezählt) ist überall. Unser Bus wurde sechsmal angehalten, und ein freundlicher Schnauzbartoffizier ist jedesmal lächelnd durchgelaufen. So ungefähr wie die INS im Greyhound durch Texas, nur dass die hiesigen Uniformen nichts durchsucht und niemanden aus dem Bus gezerrt haben. Sie waren wohl auf der Suche nach Leuten mit schwarzen Skimasken, und die hatten wir nicht.
Oaxaca Stadt ist mal so richtig genial! Klima trocken, sonnig, warm mit kühlem Wind. Zwischen August und Oktober regnet es Abends. Die Bauten sind bezaubernd schön, wenn man sie nicht mit europäischem Barokk und Klasizismus vergleicht. Wenn man sich dann auf den Weg nach "unten" macht, wird man zunächst über trockenes Hochland gefahren, dann über kurvige Strassen durch Wälder aller Art: Nur Nadel, Laubmisch, und schliesslich fährt man wie in eine grosse schwüle Wolke in den Feuchtwald. Hier in Puerto Angel ist es natürlich auch nicht anders. So wie Playa eben, NUR: bis jetzt hab ich keine einzige Klimaanlage gesehen!!!
Ein Wort zu den Fortbewegungsmitteln. Klassisches Trampen hat nicht funktioniert. Zu viele Taxis, Busse, und Collectivos. Letzteres sind Pick-up Trucks mit modifizierter Ladefläche. Beidseitig können drei bis vier Leute Platz finden, insgesammt kann der Fahrer also bis zu 12, wenn er's gut macht 14 Leute transportieren. Natürlich für einen guten Preis. Aber selbst der Chickenbus war gut. Zwar etwas unbequem, aber keineswegs überfüllt. Ein alter Nordamerikanischer Schulbus, der seine alten Tage in Mexiko verbringt. Da zwischen Oaxaca und (nem Kaff 10km von hier dessen Namen ich vergessen hab) nix anderes fährt, kommt man am Chickenbus nicht vorbei. Die letzten 10km stehen einem dann ausschliesslich Taxen und Collectivos zur Verfügung.
Aber über die Preise hier kann man echt nichts sagen. Für diese Tagesfahrt von Oaxaca hierher habe ich sage und schreibe 85 Pesos gezahlt. Von der Zeit her hätte das gleiche in Amiland das Zehnfache gekostet. Für ein reiches Essen von Bohnen, Reis, Salat, Tomaten, Avocados, verschiedenen Salsa Sossen, Fleisch wenn man will, natürlich mit Limetten, Fruchtsaft, und so vielen Tortillas wie man essen kann zahlt man irgendwo zw. 20 und 30 pesos. (In diesem Bild gibt es Schokomilch statt Fruchtsaft, und die Zuckerwasserflaschen im Hintergrund sind ausschliesslich zur Deko!)Momentan wohne ich in vollem Komfort für 100 pesos die Nacht. Zimmer mit Ventillator, Duschklo, Waschbecken. Sehr simpel, aber was will ich mehr? Das Dorf ist sooo chillig das ich's kaum glaube. Morgen geh ich zur Uni, dann schreib ich mehr.

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